Glossar - BuchstabeP

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Photoallergische Reaktionen

Photoallergische Reaktionen kommen weitaus seltener vor als phototoxische. Sie können ebenfalls schon bei sehr geringen Strahlungsdosen hervorgerufen werden. Das allergieauslösende Strahlungsspektrum umfasst den gesamten UV-Bereich (der UV-A-Bereich ist allerdings der wesentlichste). Doch kann bereits schon energiearmes sichtbares Licht photoallergische Reaktionen hervorrufen.

Auffällige Zeichen einer Photoallergie sind beispielsweise Rötungen, Schwellungen und Blasenbildung. Diese entwickeln sich erst verzögert nach 24 bis 72 Stunden. Die Hauterscheinungen manifestieren sich genau an den Regionen, die Strahlung und/oder Licht ausgesetzt waren. Jedoch können sie sich bei fortschreitender Reaktion auch auf andere Hautareale ausbreiten.

In der Regel führt eine einmal erworbene Photoallergie zu einer bleibenden Erhöhung der Empfindlichkeit gegenüber UV-Strahlen.

Phototoxische-Reaktionen

Phototoxische Reaktionen können sich entwickeln, sobald man sich einer bestimmten Kombination von UV-Strahlung und Medikament aussetzt. Sie sind bereits von sehr geringen Strahlungsintensitäten auszulösen. Das notwendige Strahlungsspektrum befindet sich größtenteils im UV-A-Bereich. Solarien strahlen überwiegend mit UV-A-Licht. Dies bedeutet bei ihrer Benutzung ein erhöhtes Risiko, phototoxische Reaktionen zu bewirken.

Ausschlaggebend ist die Erhöhung der lichtempfindlichmachenden (photosensibilisierenden) Wirksamkeit der UV-Strahlung durch das angewandte Medikament. So kann bereits gering dosierte UV-A-Strahlung zu einer übermäßigen Sonnenbrandreaktion führen, die sonst nur durch UV-B-Strahlung auszulösen wäre.

Durch phototoxische Reaktionen ist sogar eine Schädigung der Erbsubstanz möglich. Diese kann zu Tumorentstehungen in der Haut führen.

Phototoxische Reaktionen entwickeln sich innerhalb von Minuten bis Stunden. Sie sind lediglich auf die belichtete Haut beschränkt. Häufig findet man Pigmentierungsveränderungen im betroffenen Gebiet.

Diese Überempfindlichkeit auf Licht bleibt für die Dauer der Wirksamkeit oder bis zum Abbau/Ausscheiden des Medikamentes bestehen.

Pigmente - Pigmentkörner

In der Basalschicht, dort wo alle Hautzellen durch Teilung entstehen, wachsen auch die Melanozyten, die Produktionszellen für die Pigmentkörner (Melanosome). Die Melanozyten sind in ihrer Form äußerst flexibel. Sie bilden Ableger, verzweigen sich und drängen sich zwischen die Zellen ihrer Umgebung.

Die Mehrzahl der Hautzellen dient dem Erhalt der Hautfunktionen und damit der Abschirmung des Körpers gegenüber der Umwelt. Die Hautzellen (Keratinozyten) nehmen über die Ableger der Melanozyten die dort gebildeten Pigmentkörner auf. Darin ist ein Anpassungs- und Schutzmechanismus der Hautzellen zu sehen. Das Melanin lagert sich in diesen Zellen kappenförmig um den empfindlichen Zellkern an, dunkelt bei UV-A-Einwirkung nach und bildet so einen Strahlungsschutz für die empfindliche Schaltzentrale Zellkern.

Zusammen mit den Zellen wandern die Pigmente im Rhythmus der Hauterneuerung und Verhornung an die Oberfläche. Während dieser Wanderung färben sich die eingelagerten Pigmentkörner unter Einfluß von UV-A-Licht und dem Blutsauerstoff rötlich-braun.

Jeder Melanozyt hat in seiner Nachbarschaft sieben bis acht Keratinozyten mit den lichtschützenden Pigmentkörnern zu versorgen. Die Oberhautzellen werden laufend mit frischen Pigmentkörnern gespeist. Da sich unter dem Einfluß von UV-B-Strahlung die Haut verdickt, sind noch mehr Pigmentkörner eingelagert und haben die Chance, sich braun zu färben.

Das setzt sich solange fort, bis ein individueller Höchstwert erreicht ist. Schließlich gehen immer wieder Pigmente verloren, wenn die Zellen bis zur Hornschicht gewandert sind, dort in Form von Schuppen abtrocknen, inaktiv und schließlich abgestoßen werden. Dieses Abschilfern der Hornschicht und die Anzahl der dort eingelagerten Pigmentkörper, limitieren die persönliche Bräunungsgrenze.

Durch konsequente Hautpflege mit Fett und Feuchthaltefaktoren wird die Abschuppung langsamer vonstatten gehen und die Bräune intensiver werden.

Polymorphe-Lichtdermatose

Polymorphe Lichtdermatose (PMD) ist die häufigste Form der Sonnenallergien, welche sich bevorzugt an Hautpartien die noch nicht an die Sonne gewöhnt sind, wie Decolleté, Schultern, Oberarmen und Nacken manifestiert. Die genauen Ursachen sind noch unbekannt. Es gilt jedoch als sehr wahrscheinlich, dass es sich dabei um eine allergische Reaktion handelt, zumal ein starker Juckreiz und das spontane Ansprechen auf antiallergisch wirkende Substanzen darauf hindeuten. Als Auslöser wird hauptsächlich die UV-A Strahlung vermutet. Am meisten sind junge Frauen davon betroffen. Die Hauterscheinungen treten Stunden bis Tage nach der Sonnenexposition auf und verschwinden nach ungefähr 1 ? 3 Wochen Sonnengewöhnung. Wichtig ist die Verwendung von Sonnenschutzmitteln mit hohem UV-A Schutz, auch "hinter Glas". Denn verglaste Räume (Büro, Auto etc.) schützen bei Sonneneinstrahlung nicht vor UV-A-Strahlen!

Die polymorphe Lichtdermatose macht sich durch kleine juckende Pickel und Bläschen auf der Haut bemerkbar. Im akuten Fall helfen kühlende Umschläge und das Meiden von Sonne sowie eventuell - in ausgeprägten Fällen - kortisonhaltige Salben. Man beugt man am besten vor, indem man entweder intensive Sonnenbestrahlung weitgehend unterlässt oder sich durch Kleidung und Sonnenschutzmittel mit hohem UV-A Lichtschutzfaktor dagegen wappnet und die Haut langsam an die Sonne gewöhnt, eventuell mit künstlicher Bestrahlung (stufenweise Lichttherapie).

 
 
 

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